Optonica SM-7100 – Vollverstärker
Eines der Geräte, bei dem ich beim Fotografieren überlegt habe, ob ich es wirklich verkaufen soll. Der Optonica sieht einfach klasse aus – und dieses Exemplar ist zudem in ausgezeichnetem Erhaltungszustand: ohne Kratzer, alles funktioniert. In diesem Zustand kaum zu bekommen.
Optonica war die Edel-Marke von Sharp: für Geräte, bei denen die Ingenieure und Designer mehr von dem zeigen durften was sie konnten. Es ist zwar auch eine Kunst, aus wenig Budget sehr ordentliche Geräte herzustellen, aber wenn man mal auf den Putz hauen darf macht das mehr Spaß.
Der Optonica 7100 von 1980 ist nur 7,5cm hoch – aber 38 cm tief. Er leistet beachtliche 2 x 60 Watt Sinus an 8 Ohm und bringt fast 11kg auf die Waage. 500 Watt werden maximal verbraten – denkt man erstmal gar nicht wenn man das Gerät sieht. Neupreis war damals knapp 1.100 DM – das ist wahrlich kein Billigprodukt.
Aber Anfang der 80er Jahre hatten mehr Leute Geld für HiFi übrig – der Wohlstand griff um sich. Und die Kunden konnten die herrlichen Designs der 70er Jahre nun irgendwann auch nicht mehr sehen, deshalb musste was neues her: Flach, schick und modern musste es sein. Und konnte es sein: der technische Fortschritt brachte LEDs, Quartz-PLL-Tuner, kompakte Leistungstransistoren-Packs, Schaltnetzteile, Heatpipes zur Wärmeabfuhr und vieles mehr hervor.
Sharp hat das Gerät konservativ-hochwertig aufgebaut, wie ein Blick unter die Haube verrät. Dort lauert ein schwerer Ringkern-Trafo mit 15cm Durchmesser, an den Seiten sind üppig dimensioniert Kühlkörper untergebracht. Der Eingangswahlschalter (alle Knöpfe aus Alu) auf der Front ist über eine lange (Metall!)Stange mit dem eigentlichen Schalter weit hinten im Gerät verbunden – das vermeidet lange Signalwege.
Die Front ist ein einziger 80er-Jahre Traum – der Tastenrapport sucht seinesgleichen. Und jede Taste hat eine eigene LED, die leuchtet, wenn aktiv – man kann den Optonica strahlen lassen wir einen Tannenbaum. Eine Leistungsanzeige mit etlichen LEDs darf in dem schlanken schwarzen Streifen, der die LEDs beherbergt, natürlich auch nicht fehlen – herrlich!
Die Breite der Rückseite ist ebenfalls gut ausgenutzt: 2 Phonoeingänge, 2 Tape-Eingänge (sogar noch eine DIN-Buchse für die unverbesserlichen Europäer) auftrennbare Vor- und Endstufe, Anschlüsse für zwei Boxenpaare.
Der Optonica ist innen und außen gereinigt und funktioniert einwandfrei.
















